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Blutdruckmessung, Normwerte und Diagnosestellung Drucken E-Mail
Kardiologie - Hypertonie / Bluthochdruck

Inhaltsübersicht:

Blutdruckmessung
Normwerte
Diagnosestellung Hypertonie

Blutdruckmessung

Fehler bei der Messung

Der Blutdruck ist äußerst variabel. Schon leichte Aufregung und Anspannung, wie sie bei einem Arztbesuch normal sind, können einen Anstieg des Blutdrucks bewirken. Auch bei der indirekten Messung des Blutdruck, so nennt sich die Messung, die der Arzt in seiner Praxis durchführt, gibt es Fehlerquellen, die ein Arzt berücksichtigen muss.

Worauf sollte bei der Messung des Blutdrucks geachtet werden?

Bei der indirekten Blutdruckmessung müssen u.a. folgende Bedingungen erfüllt sein (Die meisten Punkte beziehen sich auf das Messen mit Manschette und Stethoskop. Bei anderen Meßmethoden entsprechend vorgehen):

  • Der Patient sollte bequem liegen oder sitzen und so entspannt wie möglich sein.
  • Die Manschette sollte 14 cm breit und 50 cm lang sein. Bei kleineren Manschetten sind, insbesondere bei dickeren Armen, Fehler möglich.
  • Wird ein Quecksilbermanometer benutzt, so sollte dies immer streng aufrecht stehen, damit die Quecksilbersäule beim Ablassen des Drucks rasch und gleichmäßig abfallen kann. Fehler sind auch im Schlauchsystem möglich. Die Nullwertkontrolle vor der Blutdruckmessung ist erforderlich.
  • Die Manschette sollte in Höhe des Herzens am Oberarm angelegt werden.
  • Während der Messung sollte das Ellenbogengelenk gestreckt sein. Die Hand wird in Supinationsstellung (Arm und Hand werden nach auswärts gedreht) gehalten. Das Stethoskop wird über der Brachialarterie in der Ellenbeuge angelegt.
  • Die Manschette muss schnell auf einen Druck von über 250 mmHg aufgepumpt werden. Dann wird der Druck langsam abgelassen, bis der erste pulsierende Ton hörbar ist (systolischer Druck). Bei weiterem Öffnen des Ventils werden die Töne lauter, lassen dann aber schnell nach und verschwinden dann völlig (diastolischer Druck).
  • Auf Besonderheiten bei der Tonfolge muss geachtet werden.

 

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Normwerte

Die Normwerte gelten für Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Einteilung der Hypertonie im Erwachsenenalter über 18 Jahren:

systolischer Druck (mmHg) diastolischer Druck (mmHg)
Optimal unter 120 unter  80
Normal unter  130 unter  85
Noch normal 130 - 139 oder 85 - 89
Bluthochdruck / Hypertonie
Stadium 1 140 - 159 oder 90 - 99
Stadium 2 160 - 179 oder 100 - 109
Stadium 3 über 180 oder über  110
Hypertensive Krise (akutes Ereignis)
Hypertensive Entgleisung
(Hypertensive Dringlichkeit)
210 - 240 110 - 140
Hypertensiver Notfall 210 - 240 und
lebensbedrohliche Organkomplikation
110 - 140

Quelle: Leitlinien Hypertonie

 

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Diagnosestellung Hypertonie

Um die Diagnose sicher stellen zu können, muss wiederholt gemessen werden

Um zweifelsfrei eine leichte Hypertonie feststellen zu können, wird ein Arzt in der Regel einen bestimmten Beobachtungsrhythmus einhalten. Der Grund dafür ist, dass bei einer einmaligen Erhöhung des Blutdrucks noch nicht von einer Hypertonie ausgegangen werden kann. Dazu unterliegt der Blutdruck zu vielen Einflüssen und Schwankungen. Die obere Grenze für einen normalen Blutdruck liegt bei 140/90 mm Hg. Dieser Grenzwert gilt unabhängig vom Alter bis mindestens zum 50. Lebensjahr. Besonders muss dabei auf den diastolischen Wert geachtet werden. Er sollte die 90 nicht überschreiten. Wird der Wert bei verschiedenen Messungen überschritten und liegt er im Bereich von 91 bis 95, so spricht man von einer "Grenzwerthypertonie". Eine milde Hypertonie liegt im Bereich zwischen 96 und 104 mm Hg.

Hier wird eine mögliche Vorgehensweise beschrieben.

Liegt bei der routinemäßigen Blutdruckmessung ein diastolischer Blutdruck von mehr als 90 mm Hg vor, so erfolgen mindestens zwei Wiederholungsmessungen in einem Zeitraum von 4 Wochen.

Weiteres Vorgehen: Liegt der Blutdruck

  • unter 100 mmHG: weitere Beobachtung über 3 Monate, Allgemeinmaßnahmen, keine medikamentöse Behandlung
  • über 100 mmHg: Behandlungsbeginn
Kontrollmessung nach 3 Monaten:
  • unter 95 mmHg: weitere Beobachtung über 3 Monate, Allgemeinmaßnahmen, keine medikamentöse Behandlung
  • über 95 mmHg: Behandlungsbeginn
Kontrollmessung nach weiteren 3 Monaten
  • Blutdruckmessungen alle 6 Monate
  • über 95 mmHg: Behandlungsbeginn

 

Abklärung der Ursachen

Neben der Blutdruckmessung sind eine Reihe von Untersuchungen sinnvoll, um mögliche Folgeschäden des Bluthochdrucks abzuklären und evt. Ursachen für einen primären oder sekundären Bluthochdruck ausfindig zu machen.

Abklärung der Folgeschäden

Wichtig ist die Krankengeschichte. Hier wird in einem Gespräch nach Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, Nierenerkrankungen etc.) gesucht, der Arzt fragt nach familiären Erkrankungen und Essgewohnheiten, Rauchen, Alkohol, Stress, sportlicher Betätigung etc. Je nachdem, welche Befunde bei der körperlichen Untersuchung und der Krankengeschichte festgestellt werden, sind folgende weitere Untersuchungen möglich:

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